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Donatuskapelle

Eine kleine Kapelle und der hl. Donatus von Münstereifel

Das im Nethetal liegende Dorf Niesen (ca. 540 Einw.), gehört zur Gemeinde Willebadessen des Kulturkreises Höxter – Corvey.

Nördlich und ca. ein Kilometer entfernt vom Ort gelegen, steht seit 1730 auf dem dortigen Klusberg in der Gemarkung „Döhren“ eine Kapelle.

Sie wurde nach dem heiligen Donatus von Münstereifel benannt. Grund für die Erbauung der Kapelle soll die wunderbare Errettung eines Schäfers aus Niesen gewesen sein, der mit seiner Herde Schafe in ein schweres Gewitter mit wolkenbruchartigen Regenfällen kam.

Da damals noch keine Kirche im Ort vorhanden war, gestattete der Generalvikar von Paderborn dem Grafen Engelhard von Bocholtz, damaliger Herr des Niesener Schlosses, bereits ab 1739, vorbehaltlich der örtlichen Rechte, dass auch in der Donatus – Kapelle an Wochentagen eine heilige Messe gelesen werden durfte (1).

Offensichtlich muss die Kapelle im 19. Jahrhundert ziemlich heruntergekommen gewesen sein, da laut Johann Vogt, dem langjährigen Niesener Chronisten, Graf Dietrich von Bocholtz um 1850 eine neue Kapelle an der Stelle der alten verfallenen errichten ließ.

Sie zeigt gotische Formen mit Treppengiebeln. Im Inneren der Kapelle befindet sich ein kleiner Barockaltar. Dieser stammt aus dem früheren Abdinghof des Nachbarortes Peckelsheim.

Das Altarbild, das den heiligen Donatus, den Schutzpatron in Gewitternöten, halb kniend in römischer Kriegstracht zeigt, wird beiderseits von drei Säulen flankiert. Über dem Mittelfeld sieht man die Weltkugel, auf welcher sich als Abschluss das Kreuz erhebt.

Im Altartisch befindet sich folgende Inschrift: „Sankt Donatus, ora pro nobis.“ (Heiliger Donatus, bitte für uns.) Darunter folgt in deutscher Sprache die Begründung für den Bau der Kapelle:

„Vor einigen Jahrhunderten stand über unserer Gegend mehrere Tage ein fürchterliches Gewitter. In dieser großen Not gelobte man, zur Ehre des heiligen Donatus, den Schutzpatron in Gewitternöten diese Kapelle zu bauen. – Das Altarbild stellt den heiligen Donatus im Gewitter auf dieser Stelle betend dar – rechts von ihm Gehrden, links Niesen, im Hintergrunde Dringenberg. Im Süden klärt sich endlich der Himmel.“

In den 50. und 60. Jahren des 20. Jahrhunderts war die Kapelle wieder ziemlich verwahrlost und mittlerweile in das Eigentum der Gemeinde übergegangen.
In den 80. Jahren wurde sie dann von Jugendlichen aus dem Ort, unter der Mithilfe der freiwilligen Feuerwehr, renoviert. In dieser Zeit erkor die Löschgruppe den heiligen Donatus zu ihrem Schutzpatron und führt sein Bild seit dem in ihrer Vereinsstandarte.

In den Folgejahren wurden der Altaraufbau und der Bildstock immer wieder aufgearbeitet, bis 2003 das Bild des heiligen Donatus in einem solch schlechten Zustand war, so dass vom örtlichen Künstler Heinrich Rodenberg, eine Kopie angefertigt wurde. Das Original hängt seit dem im Pfarrheim der Niesener Gemeinde. Das Bild soll weit älter als 200 Jahre sein.

2009 dann endlich konnte die gesamte Kapelle wieder annähernd in ihren Urzustand versetzt werden. Der damalige Ortsbürgermeister Heinrich Peters hatte das Restaurationsvorhaben maßgeblich vorangetrieben und so konnten durch großzügige Spenden, fachmännische Beratung und der Mithilfe Niesener Bürger die gesamte Kapelle, sowie der Altaraufbau erneuert werden.

So wurden z.B. die Dachpfannen gegen Sandsteinplatten ausgetauscht. Bei den Arbeiten im Innenraum der Kapelle kam auch der Originalanstrich zum Vorschein, da zuvor mehrfach weiße Innenfarbe genutzt worden war.

Die Arbeiten dauerten insgesamt, mit kleinen witterungsbedingten Unterbrechungen, ca. ein Jahr und konnten im Sommer 2010 endgültig abgeschlossen werden.
Gerade pünktlich zur jährlichen Messe, die noch heute Anfang August an der Kapelle gehalten wird.

Aus der Lebensgeschichte des heiligen Donatus (2) wissen wir nur, dass er ein hoher römischer Offizier war und um 166 n. Chr. die 12. Legion als Tribun anführte. Während eines Krieges gegen germanische Makomannen bewirkte er ein Wunder, welches den Römern durch ein erbetenes Gewitter zum Sieg verhalf. Später wurde er auf Grund eines Streites mit dem Kaiser Marc Aurel zum Tode verurteilt und um 180 n. Chr. hingerichtet. Die Reliquien des hl. Donatus wurden am 30.06.1652 von Euskirchen nach Münstereifel überführt. Als Gedenk- und Verehrungstag gilt daher der 30. Juni.

Oft wird er als römischer Soldat mit Palme, Blitz, Getreidegarbe oder Weinstock dargestellt und gilt als Patron gegen Unwetter, Blitzschlag, Hagel und Feuersbrunst.

Als römischer Soldat ist er auch auf dem Bild in der kleinen Kapelle bei Niesen zu sehen und soll auch hier die Gemeinde vor Blitz und Unwetter beschützen. Seit der Erbauung 1730 ist zumindest kein Fall mehr bekannt oder erwähnt worden, bei dem ein Schäfer mit seiner Herde vor einem schweren Unwetter errettet werden musste.

 

Quellen:

(1) „Niesen – Ein Dorfportrait“ von Heinrich Peters und Franz – Josef Ihmor
(2) Hl. Donatus von Münstereifel – Wikipedia
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